Manifest-of-Slaves - Mitarbeite Manifest

Das Q1/2015 ist zu Ende und jetzt kommen sie wieder: die Mitarbeitergespräche. Grund genug sich mal darüber Gedanken zu machen welche Werte in der Zusammenarbeit mit meinen Mitarbeitern eigentlich zählen – und da ich nun mal „Agilverseucht“ bin habe ich mal das „Mitarbeiter Manifest“ aufgeschrieben – frei nach dem „Agile Manifesto„.

Auch hierbei vorab der Hinweis: obwohl die Punkte auf der rechten Seite nicht unwichtig sind, so ist die Rechte Seite wichtiger – wie auch beim agilem Manifest:

  1. Persönliche Belange sind wichtiger als Unternehmensvorgaben
  2. Glück ist wichtiger als Geld
  3. Individuelle Entwicklungen sind wichtiger als Teamentwicklungen

Ja, ich sehe ich muss meine Gedanken hier noch etwas konkretisieren und mit Texten belegen. Aber ich fand den ersten Gedanken ein „Mitarbeitermanifest“ zu haben schon so gut für mich bei der Vorbereitung der Gespräche, daß ich diese hier erstmal direkt niederschreiben musst. Also zu den Erläuterungen.

Persönliche belange sind wichtiger als Unternehmensvorgaben

Unternehmen haben eigentlich nur wenige Kernvorgaben. Eine ist „Gewinne machen“. Manchmal auch nur Umsatz. Egal. Es geht ums Geld. Das befriedigen von Investoren, dass glücklich machen von Gläubigern oder das abstottern von Verbindlichkeiten. Und ja: klar ist das wichtig. Wir alle wollen „Dinge“ und in unserer Welt müssen diese Dinge bezahlt werden. Gehälter, Arbeitsplatz, Schulungen, etc. Das Kernziel muss hier betrachtet werden.

Der Wert eines Unternehmens stellt sich aber durch seine Mitarbeiter dar. Was bringt das beste Patent, wenn niemand es umsetzt. Was all die automatisierungen wenn keiner sie bedient. Unternehmen die Ihre Mitarbeiter schlecht behandeln halten sicher einige Zeit durch, ggf. auch lange, können Generationen von Mitarbeitern „ausbeuten“ – aber innovativ werden Sie nicht, als sympathisch werden sie nie gelten; neue und junge Mitarbeiter werden nie alleine zu diesen Unternehmen strömen.  Für „mit denen arbeite ich gerne zusammen“ werden Kunden diese Unternehmen sicher seltener bezahlen.

Persönliche Belange von Mitarbeitern drehen sich häufig um Flexibilität. Wer Familie hat oder spannende Hobbys betreibt braucht Flexibilität. Mitarbeiter die diese Flexibilität nicht erreichen können um ihre persönlichen Belange zu erfüllen kommen in Stress, entwickeln sich nicht weiter und bringen entsprechende Frustationslevel zur Arbeit oder mit nach Hause – sind in der Summe unmotiviert.

Mit diesem Punkt will ich sagen: der Mitarbeiter ist wichtiger! Nicht die Kapitalgeber, Gesellschafter, Gesichtslosen Investoren ohne Bezug zu den Menschen eines Unternehmens. Und auch nicht irgendeine fixe Idee eines Kunden oder eines Projektes. Alles muss im Einklang sein, aber wenn es darum geht was wichtiger ist, dann kommen erst die Belange des Mitarbeiters – die Unternehmensbelange lösen sich dann meist von selbst.

Glück ist wichtiger als Geld

Geld motiviert nicht.  Glück motiviert. Sinnhaftigkeit motiviert. Wenn ich weiss für welchen Zweck ich arbeite – das motiviert.

Das Bedeutet nicht, dass Geld nicht unwichtig ist. Aber Geld ist weniger eine Motivationsquelle als ein Hyqienefaktor. Es wird zwischen MitarbeiterIn und Vorgesetzten immer und immer wieder Auseinandersetzungen um Geld geben, solange ein Mitarbeiter sich nicht fair bezahlt fühlr, seine Bezugsquelle deutlich mehr verdient oder er/sie nicht davon leben kann.  Ein vernünftiges Grundgehalt motiviert nicht, sondern es bereinigt den Konflikt um das Gehalt.

(Management Y – Ulf Brandes)

Das schwierige daran: Geld kann man leicht Messen. „Du bekommst 50.000,-€ im Jahr, das will ich auch“ oder „Zum leben brauche ich 2.500,- € im Monat“. Glück lässt sich schwieriger messen: „Ich möchte im nächsten Jahr 10% mehr Glück auf der Arbeit erfahren“ ist sicher nicht Thema einer Verhandlung im Mitarbeitergespräch. Aber die Verantwortungen die man Menschen überträgt, das Vertrauen in Sie und das offene nette Diskutieren über Themen – das schafft Glück. Und das gehört zu einer gesunden Feedbackkultur und damit ins Mitarbeitergespräch.

Individuelle Entwicklungen sind wichtiger als Teamentwicklungen

Dieser Satz könnte hier auch Andersrum stehen – ich hab ernsthaft länger drüber nachgedacht was richtig ist:

  • Stelle ich das Team in den Vordergrund und gehe davon aus, dass ein gutes Team alle Mitglieder glücklich macht?
  • Stelle ich die einzelnen Teammitglieder in den Vordergrund frei nach dem Motto „Gute einzelne Elemente machen das gesamte besser“.

Ich habe mich für die Individuen entschieden. Teams entwickeln sich, verändern sich schneller als man hinschauen kann. Es wäre super ein Team zu haben, das Top eingespielt ist und kontinuierlich mit maximalem Elan Höchstleistungen schafft. Ich denke aber das gibt es nicht. Mal ändert sich ein Team von außen (z.B. Projekt zu Ende) mal aus sich selbst heraus (Mitglied fühlt sich unwohl, Krankheit etc.).

Wenn man als Führungskraft das Team im Blick hat, dann sollte man sich zuerst um die einzelnen Mitglieder / Mitarbeiter kümmern. Jede einzelne Person eines Teams hat ganz individuelle Bedürfnisse – in einem gutem Team kennt jeder einzelne diese vom anderen und kann darauf Rücksicht nehmen.

Und hinzu kommt: wenn die einzelnen Mitglieder gepusht werden – z.B. durch Schulungen etc. dann partizipieren davon meist auch alle anderen Teammitglieder.

Das alles war jetzt mal ein „Mitarbeiter Manifest“ aus der Sicht von Führung und Arbeitgebern. Andersherum wird es noch viel interessanter – schaut euch mal das „Manifest für ein neues Arbeiten“ von Microsoft an.

Bildquelle:  http://simple.wikipedia.org/wiki/Manifest